Rezension: Elterncoaching. Gelassen erziehen

Gerade am Anfang des Familienlebens stehen Eltern vor vielen neuen Aufgaben und neuen Fragen. Nicht jedem gelingt der Start in das neue Leben leicht und einfach. Jesper Juul beschäftigt sich auch in seinem neuen Buch „Elterncoaching. Gelassen erziehen“ mit den Problemen von Eltern und Kindern und stellt vor, wie man respektvoll und gelassen mit seinen Kindern den Alltag meistern kann.

Jesper Juul ist der wohl derzeit bekannteste Familientherapeut Europas. In zahlreichen Büchern und DVDs gibt er Eltern Anregungen, wie sie gelassen und gleichzeitig respektvoll mit ihren Kindern umgehen und so eine gleichberechtigte Beziehung entstehen lassen können. Dabei betont er immer wieder, dass Eltern eben nicht perfekt sein müssen, sondern klar und eindeutig – und auf diese Weise ihren Kindern Orientierung bieten.

Auch in seinem neuen Buch „Elterncoaching. Gelassen erziehen“ findet sich dieser Grundgedanke Juuls wieder. In 18 Elterngesprächen, die im Rahmen einer Aktion der Zeitschrift „Wir Eltern“ durchgeführt wurden, berät er Eltern zu unterschiedlichen Themen: Babys, die viel Aufmerksamkeit benötigen, Kinder, die nicht schlafen wollen, Geschwisterkinderrevalitäten, Patchworkfamilienprobleme… Jede der vorgestellten Familien hat sich mit einem Brief für ein Beratungsgespräch beworben. Die anschließenden Gespräche mit Jesper Juul wurden aufgezeichnet und im Anschluss zusammen mit einem Elternfeedback und Jesper Juuls Grundgedanken zum Thema im Buch veröffentlicht. Auf diese Weise ergibt sich eine bunte Sammlung all jener Situationen, die im Familienalltag auftreten können und einer Hilfe im Rahmen der Familientherapie bedürfen.

Wie in allen Büchern Jesper Juuls ist auch hier in den Beratungsgesprächen das Augenmerk darauf gelegt, die Kinder in ihrer individuellen Persönlichkeit wahr- und anzunehmen. Schon allein durch eine andere Betrachtung des Kindes und einer wertschätzenden Haltung gegenüber dem Kind können erste Probleme beseitigt werden. Jesper Juul gibt Eltern die Möglichkeit, von sich aus im Gespräch Antworten und Lösungen zu finden, wodurch ihre Eigenkompetenz gestärkt wird. Seine eigenen Ansichten bringt er in das Gespräch mit ein, drängt sie den Eltern jedoch nicht auf (beispielsweise wenn er davon spricht, dass das nächtliche Schreienlassen aus seiner Perspektive ungeeignet ist). Die einzelnen Beratungsgespräche sind daher sowohl informativ als auch anregend, den Blickwinkel in der Betrachtung der eigenen Kinder zu wechseln. Auf diese Weise können Eltern in unterschiedlichen Situationen gleichermaßen vom „Elterncoaching“ profitieren.

Gesamturteil: Jesper Juuls „Elterncoaching. Gelassen erziehen“ fügt sich in die Reihe seiner Bestseller nahtlos ein. Ein schönes Buch für Eltern, um einen anderen Blick auf das Verhalten der Kinder zu erlangen und diese in ihrer Individualität wertzuschätzen.

Eine Leseprobe ist hier verfügbar.

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