Rezension: Warum ist Mama traurig?

Wenn Eltern unter einer psychischen Erkrankung leiden, ist das für Kinder eine schwere Situation. Nicht nur die direkten Auswirkungen der Erkrankung auf den Umgang mit dem Kind sind problematisch, sondern es ist für Kinder auch meist nicht nachvollziehbar, warum Mama oder Papa erkrankt sind und was sie überhaupt haben. „Warum ist Mama traurig?“ von Susanne Wunderer möchte hier für Kinder eine Hilfestellung anbieten.

In einem übersichtlichen Bilderbuch erzählt Susanne Wunderer die Geschichte des kleinen Schafes Lilli. Lilli hat eine Mama, einen Papa (der etwas weiter weg wohnt) und einen besten Freund namens Paul. Alles ist sehr schön, bis Lillis Mama eines Tages traurig wird. Mit Hilfe von Pauls Oma wird jedoch schnell eine Hilfe für Lillis Mama gefunden, die dann in eine Klinik fährt, um sich zu erholen. Lilli erfährt, dass ihre Mama eine Depression hat – eine Krankheit, die man nicht sieht, sondern nur spürt. Als sie wieder kommt, geht es ihr besser und sie wissen, dass es Hilfe gibt, wenn man sie braucht.

Neben dem „Kinderteil“ sind am Ende des Buches weiterführende Informationen für Eltern und alle anderen Personen, die mit betroffenen Kindern arbeiten. Hier erfährt man, wie man mit Kindern über dieses schwierige Thema sprechen kann, wie bestimmte psychische Erkrankungen kindgerecht beschrieben werden können und ab wann mit Kindern über die Erkrankung der Eltern gesprochen werden kann.

Gesamturteil:Warum ist Mama traurig?“ ist ein geeignetes Buch, um schon Kinder ab 2 Jahren an das Thema der psychischen Erkrankung eines Elternteils heran zu führen und sie einfühlsam zu begleiten. Wenn auch die Illustrationen eher schlicht bis kindlich-naiv und nicht in der so meist gewohnten Kinderbuchqualität neuerer Kinderbücher die Geschichte untermalen, ist das Buch dennoch gelungen und sicher eine gute Unterstützung im therapeutischen Umgang oder zum Gesprächseinstieg mit betroffenen Kindern.

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