Rezension: (oliver)

Oliver war einmal ein Ei. Als Ei ist die Anzahl der möglichen Aktivitäten recht eingeschränkt: Er konnte sich auf die Seite rollen oder auch einmal einen Kopfstand machen. Bis eines Tages ein Wunder geschieht, das alles anders werden lässt. Denn in einem Ei schlummern manchmal ganz andere Dinge…

16 Seiten umfasst diese kurze Geschichte von Christopher Franceschelli über das Ei Oliver. Die Seiten sind besonders dick, da das Wunder der Verwandlung des Eis durch einen Sondereffekt mit einem Durchziehband dargestellt wurde: Auf einer Seite befindet sich auf dem Band ein aufgedrucktes Ei, auf der anderen ein kleines Küken.

Was als „unterhaltsamer Urlaub für die Sinne gegen die Last moderner Reizüberflutung“ angedacht ist, wirkt praktisch in Kinderhänden jedoch weniger eindrucksvoll. Da sich auf jeder Seite nur das Ei (weiß auf weißem Hintergrund bzw. einmal weiß auf schwarzem Hintergrund) mit wenig Schrift vorfinden lässt, bietet das Buch wenige Gesprächsanlässe außer der Geschichte von Oliver dem Ei. Auch mit viel persönlichem Engagement des Vorlesers ist daher hier das Ziel etwas verfehlt. Auch der Sondereffekt durch das Durchziehband kann bisweilen von kurzer Dauer sein, da dieses Kleinteil in Kinderhänden sehr anfällig dafür ist, heraus gezogen zu werden.

Gesamturteil: Der Ansatz, ein Buch entgegen der Tendenz zur Reizüberflutung zu kreieren, ist zwar lobenswert, doch scheint hier das Ziel für Kinder im Alter von 36 Monaten bis 5 Jahren verfehlt.

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