Rezension: Das ElternBuch

Begleitet man sein Kind auf dem Weg von der Geburt bis zur Volljährigkeit, gibt es viel gemeinsam zu entdecken. Viele Fragen stellen sich in diesen ersten 18 Jahren und wollen geklärt werden. Viele schöne Momente ereignen sich, aber auch viele Klippen müssen umschifft werden. Partner werden Eltern, Kinder werden geboren, lernen zu laufen, zu essen. Sie werden krank, schlafen manchmal schlecht, haben Angst. Irgendwann geht das Kind zur Schule, kommt in die Pubertät, vielleicht in Kontakt mit Drogen oder Kriminalität. – Es ist ein langer Weg zum Erwachsenwerden. Den vielen Themen, die Eltern in dieser Zeit beschäftigen, widmet sich nun „Das ElternBuch: Wie unsere Kinder geborgen aufwachsen und stark werden. 0-18 Jahre“ von Beltz.

Auf 635 Seiten gehen Experten unterschiedlicher Disziplinen den wichtigsten Fragen nach, die sich zwischen Geburt und Volljährigkeit ergeben. Dabei ist „Das ElternBuch“ in mehrere große Abschnitte unterteilt, angefangen vor der Geburt über die frühe Kindheit und Kindheit bis zur Jugend. Die einzelnen Abschnitte sind zudem übersichtlich in Kapitel zu verschiedenen Themen aufgeteilt, wie beispielsweise in der frühen Kindheit von 0 bis 3 Jahren die Themen Essen, Krankheit, Schlaf und diverse andere einzeln betrachtet werden. Ein Sachregister am Ende des Buches ermöglicht zudem das leichte Auffinden bestimmter Begriffe. Die einzelnen Kapitel wurden von insgesamt 50 Wissenschaftlern und Experten geschrieben, die sich seit langer Zeit mit den im Buch vertretenen Themen beschäftigen. So hebt beispielsweise Gisela Szagun die frühkindliche Sprachentwicklung hervor oder Franz Resch Verhaltensauffälligkeiten im Jugendalter.

Jedem großen Thema, das in Kindheit und Jugend anfällt, ist im Das ElternBuch ein Kapitel gewidmet, geschrieben von einem Experten auf seinem Gebiet. Hierdurch ergibt sich zwangsläufig, dass jedes Kapitel leicht unterschiedlich zu lesen ist. Gemeinsam ist den einzelnen Kapiteln, dass es sich um Texte von Wissenschaftlern handelt, die die neuesten Erkenntnisse auf ihrem Forschungsgebiet preisgeben. Zum Teil sehr anschaulich, zum Teil eher wissenschaftlich orientiert, wird der Leser in die kindliche Entwicklung eingeführt und auf dem Weg von der Geburt zum Erwachsenwerden begleitet. Einige Kapitel sind dabei durchaus überraschend und beziehen aktuelle alternative Konzepte heran. Hervorzuheben ist hier auf jeden Fall der hervorragende Aufsatz von Dr. Michael Kirchner „Mein Kind ist krank“. Doch auch andere Artikel sind von besonderer Qualität und ermöglichen den lesenden Eltern neue Perspektiven auf die beschriebenen „Problemfälle“.

Gesamturteil: Natürlich lässt sich nicht sagen, ob das Buch auch noch in 18 Jahren überwiegende Gültigkeit besitzt und somit Eltern, die heute einen Säugling im Arm halten, tatsächlich über die lange Zeit der Kindheit hinweg aktuell begleiten kann. Doch aus heutiger Sicht sind im Elternbuch zu allen wichtigen Themen neueste Erkenntnisse zusammen getragen und von Experten so aufbereitet, dass sie für Eltern gut lesbar sind. Einige Artikel sind dabei doch noch sehr wissenschaftlich orientiert, insgesamt aber auf jeden Fall für Eltern empfehlenswert. Darüber hinaus kann das Buch auch für Fachleute als schnelles Nachschlagewerk dienen, um sich kurzfristig einen Überblick über bestimmte Themen zu verschaffen.

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