Babys Erstausstattung

ODER: Vom Spielzeug, das noch in der Verpackung steckt…

Von wo bekommt man nicht überall Tipps, was man nun wirklich braucht für die erste Zeit mit dem Baby: Beim Geburtsvorbereitungkurs spricht man darüber, in Elternzeitschriften liest man es, auf Internetseiten gibt es Hinweise, Familie und Freunde geben ihr Urteil ab. Und dann, kurz vor oder nach der Geburt bekommt man von allen Seiten Geschenke: Da gibt es den selbstgestrickten Strampler der Tante, eine kleine Babydecke der Kollegen, ein lustiges buntes und lautes Spielzeug von den Großeltern. Und natürlich gibt es Empörung von allen Seiten, wenn der Strampler nicht angezogen, die Decke nicht im Wagen umhergefahren und das Spielzeug nicht bespielt wird. Dass der Strampler aber nur die ersten beiden Wochen passt, man schon drei Bio-Babydecken hat und das Spielzeug aus fragwürdiger Herstellung stammt, wird dabei wenig berücksichtigt. Schließlich wünscht sich jeder Schenkende, dass sein Geschenk auch Freude bereitet und genutzt wird.

Daher gilt hier: Gute Vorbereitung ist wichtig, damit man selbst gut ausgestattet ist und – fast ebenso wichtig – niemanden vor den Kopf stößt. Es lohnt sich also, sich möglichst früh mit der Erstausstattung zu beschäftigen. Am Anfang reicht auch schon die Überlegung, welche Art von Produkten man eigentlich verwenden möchte: Soll alles biologisch und ökologisch wertvoll sein oder reicht auch ein normaler Baumwollstrampler, der nicht aus kontrolliert biologischem Anbau stammt? Hat man hier seine Entscheidung getroffen, kann man auf die Suche nach Anbietern gehen. Gerade im Bereich des kontrolliert biologischen Anbaus gibt es erhebliche Preisunterschiede.

Aber was braucht man denn nun wirklich? Wie viele Strampler, Söckchen, Bodys etc.? Wahrscheinlich gibt es hierauf gar keine richtige Antwort. Eine Familie kommt mit wenigen Einzelteilen aus und wäscht häufig, eine andere braucht viele Teile, damit man eben nicht so oft die Waschmaschine in Betrieb nehmen muss bzw. lange genug sammeln kann, damit eine ganze Waschmaschinenladung zusammen kommt. Die folgende Liste ist daher nur ein Richtwert:

  • 4 Babystrampler Größe 50/56
  • 6 Babybodys Größe 50/56 – manchmal werden auch Flügelhemdchen angeraten. Bodys haben aber den Vorteil, dass man sie noch über die Windel zieht und diese deswegen weniger leicht verrutscht und so der Windelinhalt etwas besser gesichert ist. Achtung: Nehmen Sie am Besten Bodys mit Druckknöpfen, die man vorne schließt. Babys mögen es anfangs meist nicht, wenn man ihnen etwas über den Kopf zieht.
  • 6 Pullover/Hemdchen Größe 50/56, die man über dem Body anzieht unter dem Strampler
  • 1 Jacke für die Spaziergänge in Größe 56
  • 2 Paar Strümpfe
  • 2 Strumpfhosen
  • 1 Paar Babyschuhe/dicke Socken
  • 1 dünne Mütze zum Tragen in der Wohnung – hier eignet sich eine Seidenmütze sehr gut
  • 1 dicke Mütze für die Spaziergänge
  • 1-2 Babydecken (Baumwolle oder Wolle)
  • Mullwindeln als Spucktücher

Erstausstattung

Die erste Kleidung wollen die Eltern meist selbst aussuchen und erfreuen sich dann daran, ihr Baby in den Sachen zu sehen, die sie einige Wochen zuvor ausgewählt haben. Es empfiehlt sich daher, Eltern, Tante, Onkel und so weiter darum zu bitten, wenn sie Kleidung schneken möchten, doch einfach etwas größere Anziehsachen zu kaufen, vielleicht ab Größe 62. Auf den ersten Blick etwas spießig, erinnern sie doch an die alten Hochzeitstische, aber dennoch praktisch sind auch Wunschlisten/Babylisten, auf denen man die Wunschprodukte einfach auflisten und sich dann damit beschenken lassen kann.

Neben der Kleidung gibt es aber noch verschiedene andere Dinge, für die man sich entscheiden und die man vor der Geburt besorgen muss:

  • Windeln: Hier gibt es die Wahl zwischen Wegwerfwindeln, Stoffwindeln oder der windelfreien Alternative. Wer sich für Wegwerfwindeln entscheidet, sollte sich vorab beispielsweise bei Ökotest über verschiedene Anbieter informieren. Die bekanntesten Marken aus der Werbung sind nicht unbedingt die Besten! Drogeriemarken schneiden hier im Test besser ab und sind auch noch kostengünstiger. Auch kann man sich beim mobilen Windellaster informieren, ob die gewählten Windeln dort preisgünstig zu erwerben sind (der Windellaster ist zu bestimmten Tagen und Uhrzeiten in einigen Städten unterwegs und verkauft Windeln direkt vom Laster). Bei einer Entscheidung für Stoffwindeln kann es praktisch sein, über einen Windeldienst nachzudenken. Das spart Arbeit und Zeit, was gerade im Wochenbett angenehm ist.
  • Wickelkommode: Die Wahl der richtigen Windel haben Sie nun vielleicht schon getroffen. Nun ist es wichtig, auch einen Platz für das Wickeln zu finden. Bedenken Sie, dass sie täglich mehrmals die Windel wechseln und es deswegen wichtig ist, eine für Ihren Rücken angenehme Wickelsituation zu schaffen. Für wen es praktisch ist, kann auf dem Fußboden oder Bett wickeln. Wenn man sich eine Wickelkommode kaufen möchte, sollte man darauf achten, dass sie eine gute Höhe hat, so dass man sich nicht unvorteilhaft beugen muss. Eine presiwerte und platzsparende Alternative zur Wickelkommode ist auch der Wickelaufsatz für die Waschmaschine. Steht die Waschmaschine gleich neben dem Waschbecken, ist es besonders praktisch. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass die Seiten der Wickelkommode ausreichend hoch sind, damit sich ihr Kind nicht von der Liegefläche herunterrollen kann.
  • Babys Schlafplatz: Wiegen sind hübsch und dekorativ, das stimmt, aber leider meist auch ziemlich unpraktisch. Stellen Sie sich vor, Sie stillen ihr Kind nachts ca. alle zwei Stunden. Möchten Sie wirklich jedes Mal aufstehen, das Kind aus seiner Wiege nehmen, stillen, das Kind wieder hinlegen und wieder in das Bett gehen? Das ist ein großer Aufwand und bei einem Rhythmus von zwei Stunden bekommen sie damit wirklich wenig Schlaf. Und stellen Sie sich auch mal die Situation des Babys vor: Da liegt man lange lange Zeit im wohlig engen Bauch der Mama und auf einmal ist alles anders und man muss fortan allein in einem Bett liegen, während sich Mama gemütlich an Papa kuschelt und demnach selbst einen Schmusepartner hat? Eine Alternative kann es sein, das Kind in einem Beistellbett schlafen zu lassen, welches an einer Seite des Elternbetts befestigt wird und wodurch das Kind ganz nah bei Ihnen ist. So erspart man sich nächtliches Aufstehen. Eine andere Alternative kann es auch sein, das Kind im eigenen Bett schlafen zu lassen. Hierzu beachten Sie am Besten diese Informationen der Initiative Babyfreundliches Krankenhaus.
  • Kinderwagen oder Tragetuch: Eigentlich hat mittlerweile fast jede Familie einen eigenen Kinderwagen. Hier gibt es verschiedene Modelle: Kombikinderwagen, Jogger, Buggy… Bevor man sich aber für ein Modell entscheidet, kann man generell hinterfragen, ob man einen Kinderwagen braucht, wenn ja, ab wann und ob vielleicht auch ein gebrauchter Wagen ausreicht. Die Alternative zum Kinderwagen ist ein Tragesack oder Tragetuch. Tragetücher haben den Vorteil, dass sie sehr flexibel sind und man das Kind in allen möglichen Tragevarianten tragen kann. Das Tragen hat auch gesundheitliche und psychologische Vorteile gegenüber dem Transport im Kinderwagen (weitere Informationen hierzu in Evelin Kirkilionis’ Buch “Ein Baby will getragen sein), ist wesentlich preiswerter als ein Kinderwagen und erspart einem zum Beispiel das Problem, an einer Treppe auf einen zweiten Träger warten zu müssen.
  • Kosmetik: Im Fernsehen läuft in jedem Werbeblock mindestens eine Werbung für Baby-Hautpflegeprodukte, im Krankenhaus und beim Arzt bekommt man Pröbchen geschenkt und überhaupt muss das Baby ja auch nach Baby duften – denkt man. In der Hautpflege ist jedoch weniger mehr und Babycreme, Hautschutzsalbe, Puder und Co. werden meist nicht benötigt und stören nur den empfindlichen Hautschutzmantel. Lassen Sie sich daher von Ihrer Hebamme vorher beraten, was sie wirklich brauchen. Denn meist reicht Wasser, Waschlappen und etwas natürliches Öl (z.B. Oliven- oder Mandelöl) völlig aus. Und nebenbei spart man auch hier wieder viel Geld, das Mama vielleicht lieber in eine pflegende Maske für sich selbst investiert.
  • Haushalt im Wochenbett: Wenn Sie nach der Geburt wieder nach Hause kommen, müssen Sie sich wieder selbst verpflegen. Manchmal hat der Partner Urlaub genommen und kann die Aufgaben wie Einkaufen, Waschen, Kochen, Aufräumen etc. übernehmen. Haben Sie aber niemanden für diese Aufgaben, kann es ganz schön anstrengend sein in der ersten Zeit. Daher ist auch hier eine gute Vorsorge wichtig: Kochen Sie vorab schon einmal einige Gerichte vor und frieren Sie diese ein. Milchkugeln sollen die Milchbildung anregen und nahrhaft sein. Manchmal wird eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse bezahlt: Lassen Sie sich einfach entsprechende Anträge schon in der Schwangerschaft zuschicken. In manchen Regionen kann man sich auch Lebensmittel nach Hause liefern lassen, beispielsweise von einem Biohof. Hierdurch spart man sich das Einkaufen und Tragen der Lebensmittel. Lassen Sie ansonsten einfach liegen, was nicht unbedingt erledigt werden muss.
  • Kindersitz für das Auto: Haben Sie ein Auto und wollen Sie Ihr Baby transportieren, benötigen Sie einen passenden Kindersitz/eine Babyschale für das Auto. Auch hier gibt es viele verschiedene Modelle und es ist wichtig, sich vorab gut zu informieren bspw. beim ADAC oder Stiftung Warentest, da es in der Sicherheit sehr große Unterschiede gibt.
  • Plazenta: Althergebrachte Tradition ist es, die Plazenta zu vergraben und darauf einen Baum zu pflanzen. Wussten Sie aber auch, dass man daraus sehr wirksame homöopathische Arzneimittel für Mutter und Kind herstellen kann? Für diese sogenannten Autonosoden müssen Sie ein kleines Stück der Plazenta an ein entsprechendes Institut versenden, welches Ihnen dann die Globoli zustellt. Eine andere Möglichkeit ist, die Plazenta nach einem bestimmten Verfahren zu trocknen und daraus ein Pulver herzustellen. Informieren Sie sich auch hierzu bereits vor der Geburt beispielsweise bei Ihrer Hebamme.
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